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Ja, die Überschrift ist korrekt. "Letzter Tango" am Gerstenegg ist auch in diesem Eintrag die gekletterte Route. Das erste Mal war ich mit Markus in der Route, das zweite Mal mit Myriam und dieses Jahr mit Heike. Weshalb "Letzter Tango"? Es ist einfach eine grossartige und lange Tour. Ich bin auch schon fünfmal durch "Fair Hands Line" und dreimal durch den "Amatörweg" in der Schöllenen geklettert. Wenn es eine schöne Route ist, dann klettere ich sie gerne ein zweites, drittes oder viertes Mal. Das tut der Sache keinen Abbruch – es ist einfach wunderbar, eine fantastische Linie wieder zu erleben.
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| Der Dom mit den fantastischen Routen von Patrik und Andreas |
Wir treffen uns am 25. Juli 2026 bei der Aareschlucht und fahren gemeinsam hoch zum Räterichsbodensee. Die Sonne lacht – wie im Sommer 2026 üblich – von einem fast wolkenlosen Himmel, und wir wissen, dass es heute definitiv nicht regnen wird. So reduzieren wir das zu tragende Material auf ein absolutes Minimum. Genügend Wasser lautet das grosse Stichwort.
Ich kenne nun den direkten Zustieg zur Route, und ohne jeglichen Verhauer erreichen wir diesen in knapp 30 Minuten gemütlichen Hochsteigens. Eine andere Seilschaft bereitet sich gerade auf die Begehung des links daneben beginnenden "Ameisenrennen" vor.
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| "Letzter Tango" |
Schon nach kurzer Zeit sind wir bereit und ich habe das Glück, die erste Seillänge zu klettern. Schlau wie ich bin, habe ich heute in den Clown-Schuhen etwas dickere Socken an. Der Trick funktioniert fast, nur sind die Schuhe immer noch eine Spur zu gross. Das nächste Mal muss ich wohl die dicken Wollsocken anziehen, dann passt es sicher. Nun gut, ich beginne mit der Seillänge, und bereits vor dem dritten Haken stockt mir der Atem. Die Kletterschuhe sind auch mit den Socken zu gross: Ich treffe einen kleinen Tritt nicht exakt und rutsche circa 40 Zentimeter nach unten. Ich schaue extra nicht zurück zu Heike, denn sie dürfte in dem Moment wohl etwas bleich geworden sein. Man muss wissen, dass der "Letzte Tango" ihre allererste Plattenroute überhaupt ist!
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| Eine dieser fantastischen Seillängen |
Etwas aufgeschreckt klettere ich konzentriert weiter zum ersten Stand und nehme Heike nach. Sie meistert – im Gegensatz zu mir – diese erste Seillänge völlig problemlos. Wir haben vereinbart, die Route im Wechsel vorzusteigen. Wer meinen allerersten Eintrag zu "Letzter Tango" gelesen hat, der weiss, dass ich nun alle bereits bekannten Seillängen nochmals im Vorstieg klettern darf. So auch meine "Schreckensseillänge" und zusätzlich die obere Schlüsselstelle im Bereich 5c+.
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| "Freude herrscht" |
Das Wetter ist ideal, die Route komplett trocken, die Absicherung perfekt, und so klettern wir abwechselnd im Vorstieg die Route hoch. Meine Schreckensplatte erspähe ich schon von Weitem – und sie ist, wie nicht anders zu erwarten, total trocken. Ich freue mich darauf, endlich dieses erschreckende Erlebnis aus der ersten Begehung vergessen zu machen und die coolen Moves im Vorstieg zu geniessen.
Und dann ist sie da, die Seillänge mit der oberen Schlüsselstelle. Die Schlüsselstelle ist so gebohrt, dass ein mutiger Griff an den Stoffgriff alles sehr viel einfacher macht. Als ich mit Myriam in der Route war, habe ich gedankenlos diesen Stoffgriff im Nachstieg gebraucht. Doch dieses Mal wollte ich es besser machen. Ich klettere vom Stand los, wurschtle eine Exe in den ersten Bolt, der etwas verbogen ist – das Gewicht von Schnee und Eis hat ihn wohl in diese Form gebracht. Ich klettere weiter und realisiere, wie ich heute wirklich gut drauf bin. Die Kletterbewegungen gehen flüssig, die Wegfindung ist einfach, und schon stehe ich unter der Schlüsselstelle. Ich analysiere die Passage nochmals sehr genau. Ich sehe auch den ‚Helfer-Haken‘, doch der spricht zu mir und sagt: "Heute ist nicht mein Tag und ich möchte nicht dein Gewicht halten müssen." Das ist eine klare Ansage. Die Clown-Schuhe machen das Unterfangen nicht einfacher. Ich lege mir einen Plan der Bewegungsabfolge zurecht: Tiefes Durchatmen, Chalk an die Finger und Konzentration. Ich starte und setze meinen Plan exakt um. Und siehe da, er geht auf! Plötzlich habe ich einen sehr guten Griff in der rechten Hand, den man von unten nicht sieht. Bei der Analyse dachte ich noch: Selbst wenn diese Leiste dort oben nur zwei Zentimeter breit ist, kann ich das klettern. Dass sie sich dann als richtig guter Griff entpuppte, liess mein Herz höher schlagen. Schnell überwand ich die Schlüsselstelle und kletterte zum Stand hoch. "Yes, ich kann es noch!"
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| Fantastischer Ausblick auf den Gelmersee |
Heike klettert die Seillänge ohne jegliche Probleme nach und es geht weiter im Text. Es sind noch drei Seillängen zu klettern und dann haben wir es geschafft. Heike hat ihre allererste Plattenschleicher-Tour hinter sich und ich habe nun definitiv alle Seillängen im Vorstieg einmal astrein geklettert. Wir geniessen die Aussicht, essen und trinken, und schon beginnt der Abstieg. Ich wusste ja, dass der Abstieg alles andere als einfach für mich werden würde. Auch dieses Mal war er nicht ohne, doch im Gegensatz zum letzten Mal schmerzten meine Knie nicht. Nach zwei Stunden waren wir wieder zurück beim Auto und fuhren zum Restaurant Handegg für ein stärkendes z'Vieri.
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| Geschafft |
An dieser Stelle möchte ich mich bei dir, liebe Heike, für die gemeinsame wunderschöne Tour und die Bilder in diesem Blog-Eintrag herzlich bedanken.






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