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Der Titel dieses Eintrages sagt schon fast alles: Es ist schon sehr lange her, was ich zusammen mit Roland im Ochsental erlebt habe. Mein Gedächtnis diesbezüglich weist mehr Lücken als Zusammenhänge auf. Doch diese wenigen Reste möchte ich gerne hier notieren, sodass sie – dem Denkarium aus Harry Potter und der Feuerkelch gleich – immer wieder abgerufen werden können. Was ein Denkarium ist? Nichts einfacher als das:
Ein Denkarium ist eine flache, grosse Schale aus Metall oder Stein, die oft kunstvoll verziert oder mit kostbaren Steinen geschmückt ist. Denkarien sind mit machtvollen und komplizierten Zaubern belegt. Sie sind selten, denn nur die grössten Zauberer nutzen sie. (https://harry-potter.fandom.com/de/wiki/Denkarium)
Ich weiss jetzt nicht, ob ich auch zu den grossen Zauberern gehöre, also zumindest nicht am Fels. Wobei – manchmal zaubere ich schon fantastisch tolle Bewegungen hin, zum Beispiel.... ach lassen wir das.
Zweimal war ich bisher im Ochsental: Im Sommer 1977 zusammen mit Roland und am 31.7./1.8.2009 mit der Wahnsinns-Idee, den "Gagelfänger" (Kurzzusammenfassung: alles heil überstanden) zu klettern.
Das ganze Geschehen, welches ich hier beschreibe, ereignete sich, wie bereits erwähnt, im Sommer 1977. Das war mein Wissensstand, bis Roland in seinen detaillierten Dokumenten das effektive Datum fand: 9. bis 12. August 1977, also insgesamt 4 Tage.
Roland kletterte im Jahr zuvor mit Bolle Tenger die Klein-Simmeli-/Gross-Simmeli-Überschreitung. Tags darauf war die Vorderspitz-Westkante an der Reihe. Es muss eindrucksvoll gewesen sein, denn Roland erzählte mir begeistert von den Engelhörnern und so lag es auf der Hand, dass wir im Sommer 1977 eine Woche zusammen in die Engelhörner klettern gehen. Es war natürlich auch sofort klar, dass wir im Zelt im Ochsental übernachten werden, da wir kein Geld für die Übernachtungen in der Engelhornhütte und als JO-Mitglieder des SAC zudem sowieso keinen Zugang hatten (so meinten wir auf jeden Fall).

Der Tag kam und wir reisten mit gut gefüllten Rucksäcken mit Bahn und Bus in die Rosenlaui. Auch hier hilft uns die Detektivarbeit von Roland weiter: Die Rucksäcke waren 22 Kilo schwer. Das Wetter war nicht ganz optimal und sollte sich auch während der ganzen Zeit nicht gross ändern. Oder sagen wir es so: geht der Markus auf Reisen, dann weinen die Engel Tränen, die weich und dauerhaft auf die Erde fallen.
Wir stiegen aus dem Postauto, schulterten unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg ins Ochsental.
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| Der junge Markus mit grossem Rucksack |
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| Der junge und adrette Roland mit nicht so grossem Rucksack |
Wenn ich nun diese beiden Bilder ganz genau anschaue, dann fällt mir erst heute auf, dass mein Rucksack grösser und wohl auch schwerer war. Ich muss das beim nächsten gemeinsamen Bouldern im B2 mit Roland besprechen. Sapperlot, das geht natürlich gar nicht!
Unschwer auf diesen Bildern zu erkennen ist auch der seinerzeitig Bekleidungsstil für die Berge: Kniebundhose, kariertes Hemd und Bollerschuhe der Schwereklasse 5 – fantastisch. Die ausgeleierten Trainerhosen oder superengen oberschenkelbetonenden Tights kamen erst später auf.
Diese beiden Bilder haben wir vor dem Abstieg zurück in die Zivilisation geschossen, daran mag ich mich noch gut erinnern. Die Kamera war eine Rollei 35 S von Roland. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Roland für das Graben in seinem Foto-Archiv und für diese Trouvaillen bedanken. Es ist wunderschön, in weit zurückliegenden Erinnerungen schwelgen zu können.
Irgendwann kamen wir im Ochsental an und schon bald fanden wir auch einen bequemen Zeltplatz.
Das Zelt hat seinerzeit den Wahnsinns-Betrag von CHF 70.-- (heute rund CHF 150.--) gekostet. Es war ein Zweierzelt und eigentlich viel zu klein. Es war einfach ein dünnes Nylon-Zelt, welches nicht sehr schwer war. Das Zelt hatte den eklatanten Nachteil, dass sich das Wasser am Zelthimmel sammelte und wenn wir es berührten, was bei der Enge des Zeltes als gegeben angenommen werden darf, lief das Wasser ununterbrochen auf den Zeltboden.
Heute würden Roland und ich wohl nicht mehr zusammen reinpassen. Oder anders gesagt: wir kämen zwar ins Zelt, aber nie mehr wieder raus. Es war einfach ein Zelt, das den Tränen der Engel lange aber nicht dauerhaft standhielt. Das führte natürlich dazu, dass mit zunehmender Verweildauer alles, aber auch wirklich alles feucht wurde. Es ist nicht geklärt, ob die Engel wegen des kleinen Zeltes Tränen lachten oder aus Mitleid weinten. Auf jeden Fall weinten die Engel viele Tränen, sehr viele.
Anlässlich einer gemeinsamen und einmal mehr intensiven Bouldersession im B2 wurden wir uns nach langem Wühlen in der Vergangenheit einig, dass wir folgende Klettertouren durchgepowert haben: Klein-Simmeli- und Gross-Simmeli-Überschreitung sowie Mittelgruppen-Überschreitung, mehr liessen wohl die weinenden Engel nicht zu.
Zur Klein-Simmeli- und Gross-Simmeli-Überschreitung fällt mir nur noch dieser eine wunderschöne Tiefblick ins Ochsental ein und dass Roland diese Seillänge geführt hat. Der Rest ist im Dunkel des Vergessens ewiglich entschwunden.
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| Überschreitung Klein-Simmeli zu Gross-Simmeli |
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Irgendwo beim Abseilen bereits ohne Dülfer
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| Die berühmte Kingspitz-Nordostwand im Hintergrund |
Bei der Mittelgruppen-Überschreitung mag ich mich an etwas mehr Gegebenheiten erinnern. Der Aufstieg bis zum Start der Mittelgruppen-Überschreitung zog sich elendiglich lange hin. Das Wetter war nicht über alle Zweifel erhaben. Wie das auf Überschreitungen so ist, kletterten wir hoch und wieder runter und wieder hoch und wieder runter, gefühlt eine mittlere Ewigkeit.
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In der Wetterküche der Engelhörner
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Eintrag in ein Gipfelbuch
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| Schon damals leicht überfordert |
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| Der starke Mann der Seilschaft |
Ganz zum Schluss der Überschreitung fing es an zu regnen. Ihr wisst, die Engel. Wir müssen natürlich noch absteigen. Wir seilten uns ab und seither weiss ich, wie es sich anfühlt, mit einem pitschnassen Seil abzuseilen. Es war schrecklich. Der Regen wurde immer stärker und meine Sicht durch die Brillengläser war arg eingeschränkt. Und dann passiert es: Ich rutsche auf dem nassen Fels aus und schlittere mehrere Meter dem Abgrund entgegen. Es gelingt mir nicht, mich aufzurichten oder meinen Sturz zu stoppen. Dann plötzlich – zack – hält mich das Sicherungsseil zurück. Etwas belämmert steigen wir ab. Alles ist nass, zäh, gruselig – wäääähhhh.
Und an noch etwas mag ich mich erinnern, was in die Kategorie "Will man nicht erleben" gehört. Die Tränen der Engel wurden grösser und schwerer. Es schüttete, das Zelt stand schon fast unter Wasser. Wir hörten das tiefe Grollen des Donners. Es zog ein starkes Gewitter auf, und dessen schlagartig nach den Blitzen ertönenden Donner verstärkten sich enorm im Kessel des Ochsentals. Beide lagen wir in unseren leicht feuchten Schlafsäcken und hofften einfach, dass alles gut ausgehen würde. Und dann war es plötzlich da, dieses komische Sirren, das immer lauter wurde. Wir realisierten sofort, was zu tun ist: Raus mit dem ganzen Eisenzeug aus dem Zelt. Glück gehabt. So sassen wir aufgeschreckt im nassen Zelt, alles war feucht, die Engel weinten weiterhin Tränen, der Donnergott grollte und die Blitze zuckten. Aber jedes Gewitter geht einmal vorbei, so auch dieses.
In meinem Fotoalbum habe ich nur dunkle und wolkenverhangene Bilder gefunden. Eine Notiz liess mich dann aufhorchen und bestätigte, dass wir nach vier Tagen die Nase gestrichen voll hatten und wieder nach Hause gingen.
Und es gibt noch eine andere ganz lustige Begebenheit aus diesem Aufenthalt. Wir schreiben das Jahr 1977 und das nächste Telefon stand in der Rosenlaui. Ergo stiegen wir vom Ochsental hinunter zur Rosenlaui, telefonierten mit den Eltern und sagten, dass alles ok sei. Anschliessend assen wir noch einen Coupe (wohl Dänemark) und tigerten in 45 Minuten wieder zurück zum Zelt im Ochsental. Der Aufstieg kam uns wie ein Spaziergang vor.
Es dauerte 32 Jahre, bis ich wieder an die Engelhörner klettern ging. Das Ziel war der "Gagelfänger" und 2009 profitierte ich noch von der Form meines Lebens. In meinem Wahn hatte ich die Idee, eine tolle Route in den Engelhörnern zu klettern. Kingspitz war mir eine Nummer zu lang, Vorderspitz-Westkante etwas zu wenig, also kam ich zum Schluss, dass der "Gagelfänger" die richtige Route sei. Ich mache es jetzt ganz kurz: Es muss Verblendung und Arroganz gewesen sein, die mir zu diesem Abenteuer rieten.
Und jetzt stellt sich dem Leser natürlich die Frage, wie ich denn zum Titel "49 Jahre später" gekommen bin und nicht zu 50, wie ich angekündigt habe. Das war schlicht ein "Nicht-mehr-genau-weiss"-Fehler meinerseits, denn ich meinte, Roland und ich durchlebten das Engelhorn-Wetfeeling-Four-Day-Outdoor-Adventure im Jahre 1976. Doch auf den Dias von Roland steht eindeutig, dass wir 1977 im Ochsental waren.
Immer wieder sind Carmen und ich im Berner Oberland in den Ferien, und natürlich gehört ein Besuch der Rosenlaui immer dazu. Allein schon die Anfahrt mit dem Z4 durch die engen Kurven nach oben ist schlicht genial. Ich liebe solche Touren! Wir besuchen auch immer wieder die Gletscherschlucht, und da wird mir jedes Mal bewusst, wie verschwindend klein wir Menschen sind und dass wir überhaupt keine Ahnung von Zeit und Natur haben. Carmen und ich geniessen auch jedes Mal einen wunderbaren Apéro vor dem Hotel Rosenlaui sitzend, ein Hotel mit seinem ganz eigenen Charme. Es ist ein herrlicher Ort, urtümlich, gewaltig, ruhig, still und gleichzeitig laut.
Während wir dem Apéro zusprechen, keimt in mir der Wunsch hoch, noch ein allerletztes Mal zu den Engelhörnern hochzuwandern – mit einem möglichen Abstecher ins Ochsental. Ich weiss aus der Erfahrung von 1977, dass der Aufstieg nicht ganz ohne ist und viel Trittsicherheit verlangt. Und ich weiss auch, dass Carmen daran überhaupt keine Freude hätte. So bleibt der Wunsch vorerst ein Wunsch, doch ich setze alles daran, diesen Wunsch auch umzusetzen. Ich bin nicht derjenige, der solche Sachen alleine angeht, für mich ist das gemeinsam Erreichte wichtig. Und – zack – geht plötzlich unerwartet eine Tür auf. Roland und seine Tochter möchten eine Wanderung unternehmen, bei der ich dabei sein soll. Sofort schlage ich die Exkursion zu den Engelhörnern vor. In einer ersten Phase hält sich die Begeisterung bei Roland in engen Grenzen, doch je länger wir darüber reden, desto überzeugter wird auch er, dass wir beide zusammen nach eben 49 Jahren wieder ins Ochsental sollten.
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| Faszinierend schön - das Wellhorn |
Es ist der 5. August 2026, der Wecker klingelt für mich Pensionär unüblich früh. Gemäss der Uhrzeit ist es noch mitten in der Nacht, doch draussen meldet sich bereits der neue Tag an. Ich fahre zu Roland und kann auf dem Weg zu ihm eine komplett freie Strasse hoch auf den Gempen geniessen. Herrlich. Roland wartet bereits auf mich, in Sekundenschnelle steigen wir in sein Auto und holen Sandra ab. Es ist für mich ein Genuss, auf der Beifahrerseite zu sitzen und die angenehme Fahrt durch die wunderschöne Schweiz zu geniessen. Im Gegensatz zu 1977 sind wir heute mit sehr leichtem Gepäck unterwegs. Die grösste Schwierigkeit wird wohl sein, auf dem Weg zu den Engelhörnern nicht zu verdursten. Der Sommer 2026 zeigt sich von der besten Seite. Roland parkiert das Auto, wir beginnen mit der Wanderung. Eines wissen Roland und ich jetzt schon: in 45 Minuten werden wir heute definitiv nicht im Ochsental sein. Auf dem Wegweiser steht, dass es 2 Stunden bis zur Engelhornhütte dauert. Wir tigern los. Ich muss immer wieder die wunderschöne Gegend betrachten. Man könnte es auch so auslegen, dass der Markus nach rund einer Minute tigern eine Verschnaufpause benötigt. Aber nein, so ist es definitiv nicht. Ich geniesse den Aufstieg, weil ich weiss, dass dies definitiv das letzte Mal ist, dass ich diesen Aufstieg unter die Wanderschuhe nehme. Es wird kein weiteres Mal geben. Definitiv.
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| Auf dem Weg |
Zügig steigen wir hoch, geniessen die gemeinsame Zeit auf der Wanderung und immer wieder diese fantastische Aussicht. Und dann sehen wir sie, die Engelhornhütte. Wenn wir erst mal dort sind, werden es wenige Minuten sein, bis wir im Ochsental stehen. Eine kurze Rast am Wegrand gibt uns die nötige Energie, direkt ins Ochsental hochzusteigen. Und dann stehen wir im Ochsental, es sieht alles etwas anders aus als 1977. Wir suchen unseren Zeltplatz und finden ihn auch (so auf ca. 10 Meter genau). Das Wetter ist traumhaft schön, die Engel haben heute definitiv keinen Dienst. Wir kramen in unseren Erinnerungen. Klein-Simmeli, Gross-Simmeli, Vorderspitz-Westkante, Kingspitz, Mittelgruppe. Weshalb Kingspitz? Roland kletterte ein paar Jahre später zusammen mit Peter durch diese Wand. Ich kenne die Kingspitz nur vom Ansehen. Wir wundern uns auch, wie wir den Einstieg zur Mittelgruppen-Überschreitung hinbekommen haben. Wir wissen nur noch, dass wir angeseilt waren, doch Haken oder dergleichen haben wir auf dem Weg zum Start der Tour nicht gefunden. Und – so fragen wir uns – da sind wir einfach hochgeklettert? Aus heutiger Sicht ist das schlicht unvorstellbar. Wir waren wohl mutig und gut gleichzeitig.
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| Die Engelhornhütte |
So sitzen wir im magischen Ochsental, essen gemütlich unser mitgebrachtes Mittagessen, geniessen die Sonne, den Blick auf die Berge, lachen und schiessen viele Erinnerungsfotos. Doch irgendwann müssen wir an den Abstieg denken. Roland und Sandra marschieren im forschen Tempo der Engelhornhütte entgegen, während ich einmal mehr eiernd und innerlich fluchend mich durch den Abstieg quäle. Wir geniessen auf der Engelhornhütte unser Rivella, haben es ungemein lustig mit einem Bergführer und dessen Kundin. Doch leider müssen wir weiter, hinunter ins Tal. Ein kurzer Blick in die Hütte lässt ganz kurz die Zeit von 2009 aufblitzen. Doch nun geht es dem Talboden entgegen. Je weiter wir absteigen, desto wärmer wird es. Der Weg selber ist jetzt auch nicht gerade das, was wir uns unter Wanderung vorgestellt haben, es ist einfach ein ganz normaler Waldweg auf dem problemlos Autos fahren können und dies auch tun. Meine Knie melden sich und meinen unmissverständlich, dass sie diesen Abstieg nicht so lustig finden. Wir tigern weiter und weiter, gefühlt 5'000 Kilometer, doch so viel sind es dann auch nicht. Wir kommen zum glühend heissen Auto und entscheiden sofort, dass wir noch eine letzte Rast vor dem Weg nach Hause einlegen.
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| Gross-Simeli (links) - Vorderspitz Westkante |
Die Rundwanderung von der Rosenlaui ins Ochsental und wieder zurück ist zu Ende. Das Ochsental kann also trocken sein und ohne Gewitter ist es herrlich ruhig. Bei diesem Prachtswetter sind die Engelhörner noch spektakulärer, noch schöner, noch majestätischer. Sie haben ihre eigene Wuchtigkeit, ihre eigene Grösse. Wer hier klettern will, der muss einfach gut sein, kein Lauch, ein richtiger Kerl. Ich erinnere mich gerne zurück an den Augenblick, an dem ich im Ochsental sass, mir den Bauch mit Tutti-Frutti füllte, aus der Wasserflasche trank und die Vorderspitz-Westkante anschaute. Einmal da hochklettern, das wärs doch! Es gibt von Chäppi Ochsner die Route "Näbel u Chempä" an der Vorderspitz, mit 6a obl. gerade so am äusseren Rand meiner Fähigkeiten bewertet. Oder eben die traditionelle Vorderspitz-Westkante, bei der laut Roland die Wegfindung doch etwas kompliziert sei. Noch spektakulärer wäre allerdings die Wand der Wände der Engelhörner: Kingspitz-Nordost. Die Lehre aus meinem Abenteuer 2009 ist jedoch, dass wenn ich Erfolg haben möchte, dann muss ich dieses Unterfangen definitiv nächstes Jahr sehr gut trainiert und mit bester Kondition angehen, fast schon zwingend. Es duldet keinen Aufschub mehr. Ich werde zwar immer schöner, doch nicht jünger.
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| Die Wand der Wände - Kingspitz Nordost |
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