Saturday, November 27, 2010

Prèlude 7c/Soyhières: Ein FA, der nur ein halber ist...

von Chris

Wer von euch schon einmal in Soyhières war, dem wird sicherlich der imposante Pfeiler aufgefallen sein, auf welchen man im Zustieg gleich als Erstes stösst. Fester, kompakter und grauer Kalk, der etwas strukturlos erscheint. Dies war sicherlich lange ein Grund dafür, gar nicht erst mit Bohrgear anzurücken. Denn wer versenkt sein Eisen schon gern in einen unkletterbaren Überhang?

Im unteren leichten Teil steckten ein paar verirrte Bolts (wahrscheinlich von einer ersten zögerlichen Inspektion durch Philippe). Interessiert hat es mich dennoch. Zu oft habe ich mit der treuen Soya-Crew über diese Möglichkeit diskutiert, als dass ich es - auch bei drohender Unkletterbarkeit - hätte sein lassen können. So lud ich nach langer Zeit mal wieder den Akku und machte mich an eine heroische Erstbegehung von unten... Locker von Bolt zu Bolt natürlich... ;) Der untere Teil entpuppt sich als ein friedlicher Aufwärmer, so 5c/6a rum. Da über 10 m lang, würde sich dieser Teil als eigenständige Kletterei bereits lohnen. Leider ist der Fels hier noch etwas sandig und splitterig, das Gröbste jedoch bereits entfernt.

Dann folgt Edelfels. Über drei Bolts und eine tricky Bouldersteller kommt man unerwaret zu Riesenhenkeln und damit einem Rest. Bis dahin verläuft nun - vielleicht so um 7c, vielleicht auch nicht - 'Prèlude'. Ein anderer Name drängt sich kaum auf, folgt doch erst nach den Henkeln der ausgeprägte Wulst mit der oberen Hälfte. Die sechs unheimlich schweren Moves über den besagten Bauch sind wohl irgendwie möglich - hauchzarte Ansätze und Kapriolen haben ich und Christoph bereits vollführt - dürften jedoch eher für die gehobenere Klasse der 8c/9a-Heroes ein Thema sein. Darum habe ich auch nicht fertig gebohrt...

Thursday, November 18, 2010

Abenteuer

von Markus

Als Abenteuer (lat.: adventura: „Ereignis“; mittelhochdt.: aventiure) wird eine risikoreiche Unternehmung oder auch ein Erlebnis bezeichnet, das sich (meistens) stark vom Alltag unterscheidet – also ein Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas (riskantes) zu unternehmen, bei dem der Ausgang ungewiss ist.

In diesem Sinne gelten und galten Expeditionen ins Unbekannte zu allen Zeiten als Abenteuer.

So lautet die Definition in Wikipedia. Besser hätte ich es auch nicht beschreiben können.

Abenteuer. Ja, Abenteuer! Es gibt so unheimlich viel auf dieser Welt zu entdecken. Dafür reicht ein Leben beim besten Willen nicht aus. Es ist das Abenteuer, das Unbekannte, das mich immer wieder an den Fels gehen lässt. Es ist das Verlassen des gewohnten Umfeldes, das mich stetig zum Klettern treibt. Allein zu wissen, dass ich an einem Samstag klettern gehen kann versüsst mir jeden Arbeitstag. Mit Freunden in ein neues Klettergebiet zu fahren und neue unbekannte Routen zu erforschen ist so einzigartig wunderschön. Es ist auch dieses intensive Zusammensein am Fels, es sind meine Freunde, die mich immer wieder motivieren und mit denen ich immer unheimlich viel Freude erleben darf. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für ihre unermüdliche und selbstlose Unterstützung bedanken bei:

Von tiefstem Herzen allerbesten Dank dir:

Christian, Martina, Simon, Robert, Dominik, Roland, Markus, Jürgen, Jean-François, Heike und Silvio

Ohne jeden Einzelnen von euch hätte ich nie so eine wunderschöne, ereignisreiche und meines Erachtens die beste Klettersaison in meinem Leben haben können.

Und so endet die Klettersaison mit einem Abenteuer und auch das Jahr 2010. In Soyhières bearbeite ich hoffnungslos überfordert die Route "L'aventure" und am Freitag fahre ich in die Ferien - eine Expedition auf einem fremden Kontinent, eine Reise quer durch Südafrika steht an. Mich zieht es mit aller Kraft weit weg von hier. Das Fernweh brennt seit der Rückkehr aus Tibet 2007 immer mehr. Endlich passt alles ganz genau.


Gewisse Herausforderungen und Abenteuer soll es dort geben: Hier der Link

Ich habe mir jetzt schon überlegt, ob die Löwen irgendwie allergisch auf ein Duschgel sind. Aber welches? Die Tiere könnte ich ja überlisten, in dem ich mich nicht duschte. Ich gehe davon aus, dass sie das Menü "Touri in dünner Salzkruste, eingelegt in Sunblocker 30" nicht so sehr mögen. Das Essen soll in Südafrika auch "anders" sein: Bushmeat. Jürgen hat mir denn auch schon mal "Guten Appetit" zu einem saftigen Nashorn-Steak gewünscht. Eine Spezialität sollen auch gegrillte Giraffenhälse sein oder die einzigartigen Salate aus gemahlenen Krokodil-Zähnen mit einem Schuss Balsamico. Ihr seht, auch kulinarisch gehe ich gerne ein Abenteuer ein.