Wer von euch schon einmal in Soyhières war, dem wird sicherlich der imposante Pfeiler aufgefallen sein, auf welchen man im Zustieg gleich als Erstes stösst. Fester, kompakter und grauer Kalk, der etwas strukturlos erscheint. Dies war sicherlich lange ein Grund dafür, gar nicht erst mit Bohrgear anzurücken. Denn wer versenkt sein Eisen schon gern in einen unkletterbaren Überhang? Im unteren leichten Teil steckten ein paar verirrte Bolts (wahrscheinlich von einer ersten zögerlichen Inspektion durch Philippe). Interessiert hat es mich dennoch. Zu oft habe ich mit der treuen Soya-Crew über diese Möglichkeit diskutiert, als dass ich es - auch bei drohender Unkletterbarkeit - hätte sein lassen können. So lud ich nach langer Zeit mal wieder den Akku und machte mich an eine heroische Erstbegehung von unten... Locker von Bolt zu Bolt natürlich... ;) Der untere Teil entpuppt sich als ein friedlicher Aufwärmer, so 5c/6a rum. Da über 10 m lang, würde sich dieser Teil als eigenständige Kletterei bereits lohnen. Leider ist der Fels hier noch etwas sandig und splitterig, das Gröbste jedoch bereits entfernt.
Dann folgt Edelfels. Über drei Bolts und eine tricky Bouldersteller kommt man unerwaret zu Riesenhenkeln und damit einem Rest.
Bis dahin verläuft nun - vielleicht so um 7c, vielleicht auch nicht - 'Prèlude'. Ein anderer Name drängt sich kaum auf, folgt doch erst nach den Henkeln der ausgeprägte Wulst mit der oberen Hälfte. Die sechs unheimlich schweren Moves über den besagten Bauch sind wohl irgendwie möglich - hauchzarte Ansätze und Kapriolen haben ich und Christoph bereits vollführt - dürften jedoch eher für die gehobenere Klasse der 8c/9a-Heroes ein Thema sein. Darum habe ich auch nicht fertig gebohrt...

