Monday, April 5, 2010

RedRiverGorge Oktober 09

von Alex

Sooo, jetzt sitze ich hier in Thailand mit einer Erkaeltung, kletterunfaehig, am Strand und schreibe meine Erlebnisse zum Klettern in der RRG nieder.
USA>Kentucky>Louisville>Slade>RRG.
Aehnlich dem noerdlichen Frankenjura, kleinere tief im Wald versteckte, Felsmassive aus unterschiedlichem Sandstein geformt. Man befindet sich hier in der absoluten Pampa, die "Stadt" Slade besteht gerademal aus zwei Tankstellen und einem Subway.
Schon auf der Hinfahrt durch Kentucky begegnem einem nur mega adipoese, zombieaehnlich aussehende, degenerierte Gestalten in riesigen V8 Trucks.
Nach laengerer Autofahrt mache ich einen Stop im McDonalds. Der Laden voll mit den Dicken, die sich geistesabwesend Pommes und Burger reinstopfen waehrend ihnen das Ketchup und die Mayo zwischen den Fingern durchlaeuft. Beim Betreten des Ladens komme ich mir komisch vor, als waere ich auf einem anderen Planeten gelandet. In meinem Kopf macht sich die Frage breit mit welchem Trick Mutternatur hier die Fortpflanzung dieser Wesen ermoeglicht.
Auf dem Zeltplatz bei Miguels Pizza angekommen wird mir eins schnell klar, Klettern in der RRG ist vorallem eins : Lifestyle, gesehen werden, dazugehoeren, schwaetzen. Uebernachten duerfen hier nur Kletterer. Jeder hat ein Laptop dabei, ueberall ist WLAN Empfang, man hat das Gefuehl man ist auf einer LAN Party. Der Zeltplatz an sich erfuellt seinen Zweck, mehr aber auch nicht !

Die Kletterei faehrt dafuer super ein. Sehr geiler Sandstein, super abwechslungsreich. Massiv steile Gebiete, technische Wandklettereien, Henkelgepulle, Leisten, Loecher, Sloper, viele TradRiss Gebiete.
Die Absicherung sehr oft mit alten, verrosteten Plaettchen. Haufig komme ich zu dem Entschluss gewisse Routen erst garnicht zu probieren. Allgemein kann man zur Kletterei sagen :"nicht ausdauernde ausdauer Kletterei :-)".
Viele Routen sind kaum laenger als 20 Meter. Jedoch kaum Griffe die man son bissel passiv halten kann. Die meisten "Pockets" muss man doch sehr aktiv halten, die Arme werden schnell dick.
So ergeht es mir oft so dass ich auf der Hoehe der Umlenkung nicht mehr in der Lage bin diese zu klippen, oder mich sonst irgendwie noch zu bewegen.

Im Laufe der Zeit wird es immer schwieriger fuer mich das Essen hier zu ertragen, und die Ruhetage irgendwie rumzubringen. Eine Variante dies zu tun ist ins ca. eine Stunde entfernte Winchester zu fahren und den Tag im Kino zu verbringen.
An einem dieser Tage fuhren wir zu fuenft in meinem nigelnagelneuem Mietwagen im Regen vom Kino zurueck. Beim Stoppen an einer dieser riesigen, unuebersichtlichen amerikanischen Kreuzungen schaue ich in den Rueckspiegel und sehe nur gelb, ehe ein Knall und Ruck uns ein Stueck in die Kreuzung schiebt. Mit Kopfweh steigen wir benommen aus und sehen das einer dieser riesigen gelben Schulbusse ungebremst in unser Heck gedonnert ist. Das schoene Auto ist nen Meter kuerzer und ziemlich Schrott. Nach einigem Trara mit dem Sheriff wurde mir gesagt ich koenne am Airport in Lexington mein neues Auto abholen. Dort angekommen empfaengt mich eine aeusserts freundliche Dame und gibt mir die neuen Autoschluessel. Keine einzige Frage, nichts ! Niemand wollte wissen was, wieso, weshalb und wie passiert ist. Niemand wollte das kaputte Auto begutachten. Das Gute an der Geschichte war, wieder volle Tanks, und noch mehr PS als eh schon.

Ach ja, : der typische Bewohner Kentuckys ist bewaffnet, z.t auch die Kletterer. Frage an einen Kletterer neben mir :"for what do u need a gun "? Ich schaue in ein entsetztes Gesicht. "for what"????, "for Protection !!!! ".

Gruss Alex