Thursday, June 3, 2010

Dangvadar oder Darth Vader

von Markus

The empire strikes back?... Wenn Darth Vader mit Laserschwert versucht einen Durchstieg zu vereiteln... oder so. Auf jeden Fall so geschehen letzen Samstag im Pelzli, während Markus 'Dangvadar' punkten konnte. Dieser geniale Text von Markus fand sich in meiner mail-box und erheiterte mir den Wochenanfang derart, dass es nicht fair wäre, diesen euch vorzuenthalten.

"...Am Samstag war ich mit Roland und Simon im Pelzli weil ich gespürt habe, dass Simon nicht so ungeheuer motiviert für den Chuenis war. Wir sind also ins Pelzli und was war da? Frisch gewaschener Fels ohne Tick-Marks fast schon jungfräulich. Würden da nicht Bohrhaken in den Felsen stecken, es wäre ein ganz neues Klettergebiet. Nachdem ich am Mittwoch von Petrus und Dangvadar gar nicht erst ins Paradies eingelassen wurde, machte ich mir keine grossen Hoffnungen, die Route im nur halbfeuchten statt pflotschnassen Zustand anzutreffen. Aber was war? Bis auf eine kleine Stelle, die einfach zu umklettern ist, war die Route trocken. Simon hat mir die Express eingehängt und bestätigte: der Fels hat nur eine ganz leichte Tendenz zur Nässe, es sollte gehen.

Ich natürlich hochmotiviert im Top-Rope eingestiegen und erlebte eine weitere schwere Niederlage vom Laserschwert des Darth Vader. Aber ich war natürlich vorbereitet, hatte mir am Mittwoch einen neuen ultraleichten (irgendwie muss ich ja die Kilos runterbringen....) Klettergurt gekauft und neue 5.10 Anasazi Velcro. Beim zweiten Top-Rope Durchgang haben diese neuen Waffen gezeigt, dass Darth Vader zu schlagen sein könnte. Ich konnte ihm zumindest das Laserschwert aus der Hand schlagen, aber seine mentalen Kräfte habe ich unterschätzt. Simon hat "Fondation et L'Empire" geklettert, Roland sich den Frust in "Metzerstrasse" geholt. Der Wind frischte auf, der Fels trocknete den Fels noch etwas mehr ab und dann habe ich einfach Fakten geschaffen und das Seil abgezogen.


Und dann ging das Spiel los. Klettergurt checken, sich einbinden, Chalkbag sortieren. T-Shirt etwas aus dem Gurt ziehen und dann die Mörderschuhe montieren. Die Nervosität steigt ins Unermessliche. Simon gibt grünes Licht und eine weitere Kampfbegehung nimmt ihren Anlauf. Die ersten beiden Bolts gehen ganz locker. Dann realisiere ich den weiten Abstand zum dritten Bolt. Aber was ein richtiger Kämpfer ist und es mit Darth Vader aufnehmen will, den können solche Abstände nicht schockieren. Mit zittrigen Fingern klippe ich ein paar Minuten später Bolt Nummer 3.

Und dann steht er wieder vor mir, leibhaftig, Darth Vader. In der rechten Hand sein Laserschwert. Ich zücke meine Anasazi und verunsichere ihn. Damit hat er nicht gerechnet, dass diese Schuhe auf so abschüssigen Tritten Fuss fassen. Fassungslos muss er einsehen, dass seine Drohgebärde nichts nützt und legt sich sofort einen neuen Schlachtplan zurecht. Ohne zu überlegen aktiviert er sein Laserschwert. Ich kontere ihn aus und klippe den vierten Bolt. Wir stehen uns gegenüber, Darth Vader mit dem Laserschwert und ich mit Anasazi und geklippten vierten Bolt. Wer wird wohl den nächsten Zug machen? Bevor Darth Vader irgendetwas unternehmen kann, klettere ich weiter. Der Schlüsselzug geht ohne irgendwelche Schwierigkeiten. Darth Vader schaut verdutzt und weiss nicht, wie ihm passiert. Cool lächelnd, mit messerscharfen Anasazis auf kleinem Tritt stehend klippe ich den fünften Bolt.

Damit hat Darth Vader allerdings gerechnet, sein Schlachtplan beginnt nun, er geht in Deckung, ich sehe ihn nicht mehr. Ich fasse den grossen Henkel mit rechts, drehe mich ein und will mit dem linken Fuss auf den letzten Tritt stehen. Auf diesen Augenblick hat Darth Vader gewartet. Er nimmt sein Laserschwert und lässt den Laser vor meinen Augen wirbeln. Er wirbelt so schnell, dass mir schwindlig wird und ich den Tritt nicht richtig treffe. Ich muss korrigieren. Darth Vader schlägt jetzt mit dem Schwert zu, trifft mich auf dem linken Fuss. Grösste mentale Schmerzen "nein, bitte, lass mich nicht von hier einen weiten Abgang von knapp 15 Zentimeter machen" quälen mich. Ich kann den Fuss immer noch nicht auf den Tritt setzen. Alles wird nervös und hektisch. Darth Vader sieht seine Chance gekommen. Immer schneller schlägt er auf mich ein und trifft mich Mal um Mal tief in meiner Seele.

Dann aber schlägt mein Herz mit aller Kraft zurück. Ein einzelner Gedanke lässt Darth Vader für immer verstummen, sein Laserschwert fällt aus seiner Hand. Mit einem mutigen Tritt auf "irgendwas" gelingt es mir den Körper zu stabilisieren und weiterzugreifen. Ein letzter Zug und ich sehe Darth Vader in den Tunnel der Enttäuschung stürzen. Er hat definitiv verloren, ich habe gewonnen. Ein Kampf über viele Monate mit allen Tücken dieser Welt ging am Samstagnachmittag mit mir als Sieger zu Ende.

So oder ähnlich ist es abgelaufen..."